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12-Kanal Telemetrie

Telemetrische Übermittlung des 12-Kanal EKGs an eine Kardiologische Abteilung mit der Möglichkeit der Katheterintervention

Hintergrund
Unter bestimmten Bedingungen ist die möglichst schnelle Herzkatheterintervention (PCI) eines Patienten mit ACS die wichtigste Therapieoption. Es macht deshalb Sinn, wenn die Zeit für den Transport dieses Patienten vom Einsatzort in eine Klinik mit der Möglichkeit der Katheterintervention durch den Rettungsdienst innerhalb dieser Klinik dafür genutzt wird, den Katheterplatz vorzubereiten. Damit kann bei Eintreffen des Patienten dessen Übergabe direkt auf den Kathetertisch erfolgen, sofort mit der Intervention begonnen und damit wertvolle Zeit gewonnen werden.

Das Akute Koronarsyndrom (ACS) ist ein Notfall mit klarer Notarztindikation. Gleichzeitig sollte jeder Notarzt in der Lage sein, das 12 Kanal EKG eines Patienten so auszuwerten, dass zumindest ein STEMI (ST Hebungsinfarkt) erkannt wird. Einerseits kam es aber bei der notärztlichen Beurteilung in diesem Zusammenhang in der Vergangenheit zu Fehlinterpretationen. Andererseits sind Situationen denkbar, wo es durchaus länger dauern kann, bis der Notarzt überhaupt am Einsatzort eintrifft, um dort die Interpretation des EKGs vorzunehmen. In diesen Fällen kann durch das Ableiten und Versenden des 12 Kanal-EKGs wertvolle Zeit gewonnen werden.
Da es in den Kliniken mit Herzkatheterintervention gerade an Wochenenden und nachts (oder aber wenn gerade ein anderer Patient elektiv katheterinterventionell untersucht wird) durchaus Ressourcen und damit auch kostenrelevant ist, ob der Platz für den Notfallpatienten des Rettungsdienstes aktuell vorbereitet wird, sollte die präklinisch gestellte Diagnose ACS möglichst sicher sein.

Deshalb wünschen verschiedene Abteilungsleiter von Katheterzentren häufig eine Bestätigung der Verdachtsdiagnose ACS durch eigene Mitarbeiter oder auch sich selbst, bevor sie die gesamte Logistik für die anschließende PCI aktivieren bzw. bereits laufende Untersuchungen unterbrechen.

Prinzip / Methode
In den Bereichen um das Katheterzentrum der Diakonie in Bad Kreuznach sowie des städtischen Klinikums in Worms übermittelt der Rettungsdienst routinemäßig das vor Ort abgeleitete 12 Kanal EKG telemetrisch an das Fax des Katheterzentrums. Zusätzlich übermittelt des Rettungsdienst dieses EKG an das Mobiltelefon des verantwortlichen Ober- oder Chefarztes, so dass auch dieser unabhängig von Nähe zum Fax-Gerät der Abteilung darauf eine Zugriffsmöglichkeit besitzt. Die Verwendung dieser Option liegt in der Verantwortung des Klinikarztes.

Ggf. Zeithorizont
Das Projekt wurde im Oktober 2009 im Bereich der Wachen um die Katheterzentren Bad Kreuznach und Worms begonnen und soll sukzessive ausgeweitet werden

Verantwortlicher: Dr. Guido Scherer
Beteiligte: Rettungsdienst: ASB, DRK und MHD
Kliniken: In Bad Kreuznach Chefarzt Dr. Elsner, in Worms Chefarzt Prof. Dr. Jung
Firmen: zur Zeit Corpuls